Dschila le Romendar andar o Burgenland

Art-Nr.: 066
Preis: EUR 15,00

Beschreibung:

Inhalt:
  • Amen sam Roma - Wir sind Roma
  • Ande Peschta gelem - Nach Budapest bin ich gefahren
  • Auschvicate hi kher baro - In Ausschwitz steht ein großes...
  • Betschujakeri dschili, Kunaci dili - Wiegenlied
  • Devla, da Devla - Gott, oh Gott
  • Dschelem, dschelem - Ich bin gegangen, gegangen
  • Gelastar i Iboj - Iboj ist weggegangen
  • Gelem, gelem - Ich bin gegangen, gegangen
  • Hurde klinci - Kleine Nägel
  • I dschungali - Die Boshafte
  • Jeg, duj, deschuduj - Eins, zwei, zwölf
  • Loke perel o dschiv - Liese rieselt der Schnee
  • Loli sas i paraditscha - Rot war die Tomate
  • Ma rov, ma rov - Weine nicht, weine nicht
  • Mi ma matschka - Ki Ka Katz
  • Mirni rat, kedveschni rat - Stille Nacht, heilige Nacht
  • Mre buke hi nasvale - Meine Leber ist krank
  • Mri kedveschni daj - Meine liebe Mutter
  • Nitschi, nitschi, nitschi, nitschi - Nein, nein, nein, nein
  • O lampaschi - Die Lampe
  • O poschtaschi alo - Der Briefträger ist gekommen
  • Phudel i schudri bavlal - Es bläst der kalte Wind
  • Romano habe  - Das Essen der Roma
  • Romni, Romni, so kertschal - Frau, Frau, was hast du gemacht
  • Schaj man tschinen - Ihr könnt mich prügeln
  • Te man kames - Wenn du mich liebst
  • Tikno doboschaschi - Kleiner Trommler
  • Traurigi tscherheni - Ein trauriger Stern
  • Tschi na pilem... - Ich hab nicht getrunken...
  • Tschiga, tschiga, bega - Schnecke, Schnecke, Bega
  • Tschigerica bugarica - Schnecke, kleine Schnecke
  • Tschoro sijom - Arm bin ich
  • Tu kalo Romoro - Du schwarzer Rom
  • Prikbescharipe le dschilendar - Übersetzungen der Liedtexte
  • Arphenipe ando Romanes - Zur Aussprache
  • Muschikano arphenipe - Zur Ausführung
  • Kvelakere aundiptscha - Quellenangaben
 
Pressetext
Dr. Christiane Fennesz - Juhasz
Die Lieder der burgenländischen Roma wurden bis in die jüngste Vergangenheit nur mündlich weitergegeben. Erst sehr spät – ab der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts – haben sich ForscherInnen bemüht, Lieder dieser seit dem Spätmittelalter im Burgenland heimischen Volksgruppe zu dokumentieren.
Die Zahl an traditionellen Melodien, die mittels Tonaufzeichnung festgehalten wurden bzw.heute noch gesungen werden, ist relativ gering. Dies steht vor allem mit der leidvollen Geschichte der österreichischen Roma und Sinti in Zusammenhang. Von den annähernd 8000 Roma, die 1938 im Burgenland ansässig waren, überlebten nur ca. 10 Prozent das nationalsozialistische Gewaltregime, während tausende in Konzentrationslagern ermordet wurden, darunter auch der Großteil der damals alten Generation. Damit wurde beinahe auch die kulturelle Tradition der burgenländischen Roma ausgelöscht. Seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts war eine weitere Roma-Gruppe, die Lovara („Pferdehändler“) im Nordburgenland, vor allem im Bezirk Neusiedl/See, heimisch. Unter den Lovara gab es – abgesehen von ganz wenigen Einzelpersonen – keine Überlebenden des Holocaust, die in ihre Heimatdörfer zurückkehrten. Vielmehr versuchten die meisten Lovara-Familien in ostösterreichischen Städten, insbesondere in Wien, Fuß zu fassen. Die Ende
der 1980er Jahre zu einem gewichtigen Teil von burgenländischen Roma ausgehenden politischen Initiativen, die schließlich 1993 zur offiziellen Anerkennung der Roma als sechste österreichische Volksgruppe führten, haben auch einen kulturellen Aufschwung mit sich gebracht. Seit vielen Jahren gibt es nunmehr – dank der Aktivitäten der Roma-Vereine und engagierter Musikgruppen – regelmäßig Kirtage, Bälle und andere Feste, bei denen in Romān (der Sprache der burgenländischen Roma) gesungen wird.
Der Geschichte und Gegenwart der Roma im Burgenland möchte auch dieses
Liederbuch gerecht werden. Daher enthält es neben traditionellen Liedern der
Roma (Nr. 1–10) auch solche der Lovara (Nr. 23–29), und neben über Generationen überlieferten auch solche, die jüngeren Entstehungsdatums sind. Bei den älteren Liedern der Burgenland-Roma handelt es sich einerseits um Scherz- und Spottlieder in geradem Tanzrhythmus und andererseits um parlando rubato zu singende lyrische Lieder in gemäßigtem Tempo. Letztere sind fast durchwegs Klagelieder, die Armut, Liebe oder Abschied sowie die eigenen Leiden im Konzentrationslager oder den Verlust von Verwandten zum Thema haben.
Die traditionellen Lieder der Lovara stammen aus dem Repertoire ihrer heute
in Wien lebenden Nachfahren.
 

 

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